Auf ein Wort

F11photography ist meine persönliche Website, die eine Auswahl meiner Fotografien – nach verschiedenen Themen gegliedert – zeigt. Unter dem Navigationspunkt GALLERY 2 findet man ebenso Bilder meines Freundes Bernd Korte und unter GUESTS eine Bilderstrecke von Prof. Phil DeVries, der mir beeindruckende Straßenfotos aus seiner Heimat jenseits des Atlantiks, aus USA, Brasilien aber auch China zur Verfügung gestellt hat.

Zusätzlich zu dieser Website schreibe ich auch noch in meinem eigenen Blog „Cologne photography“ zu Fotothemen in und rings um die Domstadt. Ich würde mich freuen, wenn Sie auch diesen Blog abonnieren würden.

Frieder Zimmermann

Das vergessene Foto – just a short glimpse

Als Fotograf wird man, vor allem von Laien, immer wieder gefragt, „was machst du denn so für Fotos?“ Ich hasse diese Frage, weil ich darauf keine Antwort weiß. Jedenfalls keine, mit der mein Gegenüber etwas anfangen kann. Man könnte natürlich antworten, ich knipse im Urlaub die Kinder. Oder man antwortet Landschaften oder vielleicht Menschen auf Straßen. Portraits macht sich als Antwort auch immer gut oder vielleicht doch nur Katzen? Irgendeine Schublade muss jedenfalls her, damit die Frage nicht unbeantwortet bleibt und man geschickt das Thema wechseln kann.

Schön, wenn man einen Blog betreibt, der im weitesten Sinne etwas mit Fotografie zu tun hat. Dann kann man nämlich die Frage prophylaktisch mit einem Zitat von Saul Leiter, dem genialen amerikanischen Fotografen, beantworten: „Ich habe keine Philosophie, ich habe eine Kamera. Ich schaue hindurch und mache Bilder.“ Ich fand dieses Zitat kürzlich und habe mir vorgenommen, es bei nächster Gelegenheit zu nutzen und dabei vielleicht noch auf meine Website aufmerksam zu machen. Und dort  besonders auf die Aufnahmen, die ich gerne dem geneigten Leser dieser Zeilen ans Herz legen möchte. Beim Durchblättern meiner Bilddatenbank bin ich nämlich gerade auf eine Reihe von Fotos gestoßen, die wohl eher zufällig entstanden und versehentlich noch nicht entsorgt worden sind. Und siehe da, irgendwie scheinen sie sich plötzlich auf wundersame Weise zu einer Gemeinschaft zu fügen. Vielleicht aus Protest gegen ihre bisherige Nichtbeachtung.  Sie sind unspektakulär,  technisch unperfekt, haben keine Aussage, und sind einzeln völlig belanglos. Und doch, so als Serie mag ich sie. Eine Kategorieschublade habe ich noch nicht gefunden. Ich fasse sie zunächst mal unter dem Titel „Just a short glimpse!“ zusammen. Sehen Sie selbst hier:
http://wp.me/p5Lkz9-pN

 

Vorübergehend

Im wahrsten Sinne „Vorübergehend“ sind die Momente auf den Straßen unserer Städte. Sie ähneln sich zwar aber wiederholen sich nie. Entweder man reagiert als Fotograf schnell oder sie sind unwiederbringlich vorübergegangen. Die unmittelbare Nähe zum Motiv ist wichtig. Die Nutzung eines Weitwinkel-Objektive ist state of the art.

Einige dieser Bilder, die an vielen unterschiedlichen Orten entstanden sind, kann man sich unter dem Titel „Passing by – Vorübergehend“ hier ansehen.

 

… et pour moi un Pastis!

Zuerst waren es die Farben und das Licht, die mich jedes Jahr aufs neue in die Provence zogen. Voran der Lavendel, der das Land im Juli und August in eine sanfte violette Farbe taucht und sich mit dem Gelb der Sonnenblumen und dem Rot des Mohns abwechselt.
Hier sieht man es, das unvergleichliche Licht, das schon immer die Maler fasziniert und angezogen hat.
„Seht nur das Licht auf den Olivenbäumen, es funkelt wie ein Diamant. Es schimmert rosa oder blau und der Himmel, der hindurchscheint, macht einen schier verrückt“, beschrieb einst Renoir, was er sah.
All das prägte lange Zeit auch mein Bild von dieser Landschaft. Hunderte von Fotos entstanden und blieben am Ende doch nichts anderes als eine Sommererinnerung.
Doch die Provence ist nicht nur Landschaft. Auch die pitoresken Dörfer, die tagsüber in der sommerlichen Hitze vor sich hin dämmern und erst zur Apéritif-Zeit zum Leben erwachen, machen für mich die Provence allein nicht aus. Es sind vor allem die Städte und die Menschen in den Straßen, den Cafés und Restaurants die mich in ihren Bann ziehen. Ihre Ruhe und Gelassenheit unterscheidet sich so sehr von der Hektik meines eigenen zu Hauses. Mein neues Buch soll ein wenig mit Bildern von diesem Leben erzählen.

 

Colourful streets – Muss Straßenfotografie schwarz-weiß sein?

Es scheint ein Gesetz in der Straßenfotografie zu geben: Sie muss schwarz-weiß sein. Jedenfalls bekommt man den Eindruck, wenn man sich unter dieser Kategorie in den einschlägigen Bildveröffentlichungsdiensten umschaut. Sicher über 90% aller veröffentlichter Bilder sind monochrom.

Das unterstreicht den dokumentarischen Charakter der Bilder, sagen die Befürworter dieser Darstellungsweise und verweisen in diesem Zusammenhang auf die Altmeister der Straßenfotografie wie Henri Cartier Bresson, Robert Frank, Elliot Erwitt, Vivian Maier, u.v.a. Und sie haben sicher Recht, wenn man sich in ihre Zeit zurückdenkt. Diese Großmeister wollten den gesamten Bildentstehungsprozess von der Aufnahme auf Film über die Entwicklung bis zur Ausarbeitung in der Dunkelkammer in ihrer Hand behalten und in jedem Schritt beeinflussen. Selbst, wenn man davon absieht, dass der Farbfilm auch erst später zu Druckzwecken ausreichende Qualität erhielt, wäre es damals und bis heute fast unmöglich mit vertretbarem Aufwand Farbbilder in Eigenregie herzustellen. Die aufwändige Labortechnik lässt sich nicht im verdunkelten Badezimmer aufbauen.

Doch die Dunkelkammer ist weitgehend verschwunden. Sie wurde durch Computerprogramme wie Photoshop ersetzt. Die wohl wenigsten heutigen Straßenfotografen beherrschen noch die analoge Fotografie. Undenkbar für sie, dass sie einen ganzen Film mit 36 Fotos in derselben Empfindlichkeitsstufe (ISO) fotografieren müssen. Der Dunkelkammerprozess Vergrößern – Entwickeln – Fixieren – Wässern – Trocknen wird kaum noch verstanden. Fragen, welches Papier wähle ich für welche Aufnahmen, wie hellt man Schatten auf, beschneidet Spitzlichter in der Dunkelkammer fallen dem kollektiven Vergessen anheim.

Aber ist das wichtig? Vielleicht, wenn man sich Ausstellungen der Altmeister ansieht, um sich das Staunen zu erhalten. Die Welt dreht sich aber weiter. Heute machen wir es eben anders. Alles geht einfacher und effektiver.

So bleibt also die Frage, warum weiterhin in schwarz-weiß? Das „Dokumentarische“ argumentieren die Befürworter des monochromen Bildes, muss betont werden. Doch, wenn man sich die Bilder heutiger guter Fotojournalisten ansieht, so wird man zugeben müssen, dass es zu einer ganz großen Zahl Farbfotografien sind. Man möge sich die eindrucksvollen Fotos der kürzlich in Afghanistan erschossenen deutschen Fotografin Anja Niedringhaus ansehen. Man kann nicht behaupten, dass ihnen durch die Farbe das dokumentarische Element entzogen wird.

Farbe lenkt ab, sagen die Befürworter des schwarz-weißen Straßenfotos. Mag sein. Doch wovon lenkt die Farbe eigentlich ab? Von der Trivialität der dargestellten Szene? Der Kölner Fotograf Gerd Bonse beschrieb neulich in einer amüsanten Glosse auf Facebook, wie heutige Straßenfotografen in Städten wie Berlin, Köln, Hamburg, München hinter jeder Ecke, jedem Baum lauern können und mit vollcomputerisierten Autofocus-Kameras alles ablichten, was ihnen vor das Zoomobjektiv läuft. Leider werden diese Bilder auch alle auf den einschlägigen Bilderplattformen veröffentlicht und zwar in schwarz-weiß.

Man kann monochrom besser Strukturen darstellen – Licht, Schatten, Linien sagen die Ästheten der Fotografie. Aber es lohnt vielleicht auch, in diesem Zusammenhang sich die frühen Bilder des amerikanischen Straßenfotografen Saul Leiter anzuschauen. Sein Buch „Early Colours“ beweist, dass dies auch in Farbe eindrucksvoll gelingt. Aufgrund der oben beschriebenen komplexen technischen Labortechnik hat er den gesamten Prozess von der Entwicklung bis zum fertigen Print externen Dienstleistern überlassen.

Der geneigte Leser meines Blogs wird feststellen, dass auch ich der schwarz-weißen Straßenfotografie bisher den Vorzug gegeben habe. Dennoch habe ich mich seit einiger Zeit auch wieder bemüht, der Farbe auf der Straße Geltung zu verschaffen. Aus meiner Serie „Colorful Streets“, die ich auch auf der digitalen Plattform der Zeitschrift LFI (Leica Fotografie International) veröffentlicht habe, finden sich auch hier einige Beispiele: Late colours

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